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Warum macht Müdigkeit hungrig?

Vor allem zwei Hormone sind für den Energiehaushalt im Körper verantwortlich: Ghrelin und Leptin. Das Ghrelin steuert den Appetit. Seine Konzentration steigt vor den Mahlzeiten an. Das Leptin sagt dem Körper, wie viele Fettreserven er anlagern soll. Bei einem niedrigen Leptin-Wert reagiert der Körper mit Hungergefühl, bei einem erhöhten Wert steigt der Energieverbrauch. Wer müde ist hat kaum Energie, daher schüttet der Körper zusätzlich Leptin aus. Wir reagieren mit Hungergefühl, dabei ist es egal ob wir kurze Zeit zuvor aßen oder nicht. Der Körper will Energie und die bekommt er am schnellsten durch Nahrung. Sarosh Motivala und seine Kollegen von der Universität von Kalifornien in Los Angeles luden 38 Männer ins Schlaflabor ein. 14 von ihnen litten unter chronischer Schlaflosigkeit, 24 waren gesund. An drei festgelegten Zeitpunkten während der Nacht maßen sie die Konzentration der beiden Hormone im Blut der Probanden. Dabei stellten sie fest, dass der Ghrelin-Wert der Schlaflosen die gesamte Nacht über um 30 Prozent niedriger war als der Wert der Gesunden. Die Leptin-Werte waren in etwa gleich.
Das Ergebnis würde zunächst auf weniger Appetit der Schlaflosen hindeuten und somit zu dem Schluss verleiten, dass diese eigentlich abnehmen müssten. Doch frühere Studien hatten gezeigt, wie die Ghrelin- und Leptin-Werte tagsüber schwankten. Dabei fielen die Schlaflosen mit deutlich erhöhten Werten des Appetitstimulierers auf und gleichzeitig mit verringertem Leptin, was ebenfalls den Hunger weckt. Motivala vermutet nun, dass der Hormonhaushalt bei den Schlaflosen schlagartig von Appetitlosigkeit auf Heißhunger umschlägt. In einer neuen Studie will er diesen Umschaltmechanismus ergründen.

admin in Essen & Lebensmittel am April 20 2009 » Comments are closed.

       

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